Megalithkultur der Terra d'Otranto

Dolmen und Menhire in Apulien: Megalithkultur im Salento. Im Hinterland von Otranto befinden sich zahlreiche steinernde Zeitzeugen.

Seit Jahrtausenden trotzen sie Wind und Wetter und überlebten die bewegte Geschichte des äußersten Südosten Italiens fast unversehrt bis in die heutigen Tage. Noch immer sind nicht alle ihre Geheimnisse gelüftet und sie geben den Wissenschaftlern noch immer das eine oder andere Rätsel auf: die steinernen Zeitzeugen der Terra d'Otranto, Dolmen und Menhire.

Apulien ist die einzige Region des italienischen Festlandes, die zahlreiche megalithische Monumente zu seinen Schätzen aus vorgeschichtlicher Zeit zählen kann. Nördlich von Taranto, bei der Küsten rund um Bari, aber vor allem in südlichen Teil des italienischen Absatzes, im Salento, sind Dolmen und Menhire in großer Zahl anzutreffen.

Dolmen Li Scusi

Der Begriff Dolmen leitet sich von "tol" oder "tuol", Bretonisch für Tisch, und "men" (Breton. Stein) ab und bedeutet somit soviel wie Steintisch. Der vielleicht am besten erhaltene Dolmen in der Terra d'Otranto befindet sich bei Minervino di Lecce, im Hinterland von Otranto. Der Name des Steintisches lautet "Li Scusi" und wurde im Jahr 1867 von Mario Micalella entdeckt.

Dolmen Li Scusi bei Minervino di Lecce

Die Steinplatte misst zirka 3,8 Meter Länge und 2,5 Meter Breite. Ihre Dicke variiert zwischen 35 und 45 Zentimetern. Getragen wird die Platte von acht kurzen Pfeilern. Der Dolmen neigt sich von Südost nach Nordwest um 10°, so dass zur Sommersonnenwende, die Sonnenstrahlen durch die, in der Steinplatte vorhandenen Öffnung, bis zum Erdboden dringen - und dies nur an diesem Tag im Jahr! Seine Entstehung wird in die späte Bronzezeit eingeordnet, wobei genaue Daten noch ausstehen. Heute geht man davon aus, dass der Dolmen "Li Scusi" in Minervino di Lecce als Begräbnisstätte fungierte.

Dolmen in Apulien: Li Scusi

Öffnung in der Steinplatte des Dolmen Li Scusi (Apulien)
Öffnung in der Steinplatte des Dolmen Die Sonnenstrahlen dringen durch diese bis auf den Erdboden - aber ausschließlich am Tag der Sommersonnenwende.

Anfahrt: Der Dolmen "Li Scusi" befindet sich zwischen Minervino di Lecce und Uggiano La Chiesa. Der Anfahrtsweg ist gut ausgeschildert.

Dolmen Stabile e Menhire

Nur wenige Kilometer vom zuvor beschriebenen Dolmen entfernt, trifft man auf einen weiteren Vertreter der Steinzeugen. Am Ortsrand von Giurdignano steht seit Jahrtausenden der sehenswerte Dolmen Stabile.

Dolmen Stabile im Salento
Dolmen Stabile

Der kleinen Ortschaft Giurdignano sollte man aus verschiedenen Gründen einen Besuch abstatten. Außer dem Dolmen Stabile, befindet sich hier die interessante Felskirche San Salvatore mit Fresken aus dem 12. Jahrhundert. Bekannt ist das Dorf im Hinterland von Otranto auch für seine zahlreichen Menhire, deren offizielle Zahl sich auf achtzehn beläuft. Einige dieser Monolithen fanden in der Vergangenheit leider auch als Baumaterial Verwendung, stehen heute in Innenhöfen von privaten Häusern oder befinden sich aufrecht stehend mitten auf einer Straßenkreuzung.
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Menhir San Paolo in Giurdignano (Salento, Apulien)
Dolmen "San Paolo" bei Giurdignano

Die Menhire und Dolmen lassen sich gut zu Fuß oder während einer Fahrradtour entdecken. Zwischen Giurdignano und Minervino di Lecce liegen ausgedehnte Olivenhaine. Die einstigen Feldwege sind heute meist geteert, aber der Verkehr noch immer gering, so dass man die steinernen Zeitzeugen und die Landschaft in Ruhe entdecken kann.

Vor allem im Herbst, Frühjahr oder an einem schönen Wintertag ist eine Radtour zu empfehlen. Die Anfahrt zu den Dolmen und Menhire ist ausgeschildert, aber trotzdem ist es ratsam, aufgrund der vielen kleinen Wege, die den nicht Ortskundigen leicht in die Irre führen, sobald man sich nicht mehr auf den Hauptverkehrsstraßen befindet, eine gute Straßenkarte mitzuführen.



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Go South East: Megalithkultur der Terra d'Otranto
Megalithkultur der Terra d'Otranto
Dolmen und Menhire in Apulien: Megalithkultur im Salento. Im Hinterland von Otranto befinden sich zahlreiche steinernde Zeitzeugen.
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