Zauberhaftes Apulien

Stauferburgen und barocke Altstädte. Olivenhaine, die sich bis zum Horizont erstrecken und Strände, die zu den schönsten Italiens gehören. Der Stiefelabsatz Italiens lässt keine Wünsche offen.

Lefkada - Ein Juwel im Ionischen Meer

Urige Dörfer im bergigen Inselinnern. Romantische Sonnenuntergänge und ein Meer, das in den schönsten Farben leuchtet. Die Strände Lefkadas gehören unbestritten zu den Besten Griechenlands.

Epirus - Griechenland für Individualisten

Geheimnisvolle Orakelstätten. Osmanische und byzantinische Bauwerke. Lange Strände und eine wilde Bergwelt. Der Epirus im Nordwesten Griechenlands gilt noch immer als Geheimtipp unter Hellas Reisenden.

Korfu - Insel der Phäaken

Odysseus machte auf seinen Irrfahrten hier Station und auch Prinzessin Sissi verbrachte ihr Ferien auf der Grünsten der Ionischen Inseln. Korfu blickt mit guten Grund auf eine lange Tradition der Gastfreundschaft zurück.

Meganisi - Eine kleine Insel ganz groß

Das unbekannte Eiland im Ionischen Meer. Grotten und kleine Strände mit kristallklarem Wasser. Eine Oase für Ruhesuchende, die den authentischen Charakter der kleinen griechischen Inseln zu schätzen wissen.

23 November, 2011

Von Dörpfeld und der Vlichó Bucht


Ein Fußweg führt bis zur kleinen Kapelle, die auf der äußersten Spitze der schmalen Landzunge liegt. Zahlreiche Segelboote und die Fähre nach Meganisi ziehen vorüber. Die Berge Arkananiens bilden einen pittoresken Kontrast zur fast immer ruhigen See. Hier blickt man auf Nidrì, Madouri und die berühmte Onassis-Insel Skorpios. Wir sind bei Agia Kyriakì und der Bucht von Vlichó.


Die Westküste Lefkadas ist eine wilde Schönheit mit traumhaften Stränden und spektakulären Ausblicken. Der Osten des Eilandes im Ionischen Meer präsentiert sich hingegen mit einer üppigen Vegetation, die oft bis ans Meeresufer reicht. Das Meer ist hier fast immer ruhig und der Blick wandert über zahlreiche kleine Inseln bis zu den hohen Bergen des gegenüberliegenden Festlandes Arkananiens. Die landschaftlichen Gegensätze auf dem kleinen Lefkada könnten kaum größer sein und gerade dies macht einen der vielen Reize der Insel aus.

Die Bucht von Vlichó (Βλυχό) liegt geschützt im Osten der Ionischen Inseln und ist ein beliebter Anlaufziel unzähliger Segler. Das Meer ist hier meist so ruhig, dass man sich fast an einen großen See mit Salzwasser versetzt fühlt.

Blick auf Nidrí. Zur Rechten die Bucht von Vlichó.
Die Bucht von Vlichó an einem sonnigen Herbsttag.

Von Nidrí, dem touristisch meist entwickelten Ort Lefkadas kommend, fährt man bis Vlichó und umrundet die Bucht in Richtung Geni. Bis zur äußersten Spitze der schmalen Landzunge führt ein schmaler Fußweg zur Kapelle Agia Kyriakí (Αγία Κυριακή). Auch wenn die kleine Kirche meist verschlossen ist, lohnt sich der Spaziergang allein für die großartigen Aussichten, die man geboten bekommt.

Zypressen bis ans Ufer: Die grüne Ostküste Lefkadas
Wolken und Lichtspiele im Mai über der Bucht von Vlichó
Kurz vor Agia Kyriakí befindet sich das Grab Wilhelm Dörpfelds. Der bekannte deutsche Architekt und Archäologe, der unter anderem an den Ausgrabungen Schliemans in Troja teilnahm, verbrachte hier seine letzten Lebensjahre, wo er 1940 verstarb. Auf der Halbinsel befindet sich auch sein ehemaliges Wohnhaus, das sich heute in Privatbesitz befindet. Dörpfeld versuchte, wenn auch vergeblich, seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Homerische Ithaka auf der Insel Lefkada nachzuweisen. Eine Theorie, die bis heute auf Lefkas auf große Zustimmung und auf Ithaka auf ebenso große Ablehnung stößt.

Bei der Kapelle an der äußersten Spitze der Landzunge angelangt, wird man nach dem kurzen Fußmarsch mit einer großartigen Aussicht auf Nidrì, die kleine Insel Madouri, Skorpios und Skorpidi belohnt. Die kleine Autofähre, die zwischen Nidrì und Meganisi verkehrt, fährt hier dicht vorbei. Zahlreich sind die Ausflugsboote und fast unzählig die Segler, die während der Saison die schöne Bucht von Vlichó anlaufen.

Am 6. und 7. Juli findet ein jährliches, traditionelles Fest bei Agia Kyriakí statt.

Blick von Agia Kyriaki zur Privatinsel Madouri, die sich noch heute
im Besitz der Familie des Dichters Aristotelis Valaoritis befindet

02 November, 2011

Megalithkultur der Terra d'Otranto

Seit Jahrtausenden trotzen sie Wind und Wetter und überlebten die bewegte Geschichte des äußersten Südosten Italiens fast unversehrt bis in die heutigen Tage. Noch immer sind nicht alle ihre Geheimnisse gelüftet und sie geben den Wissenschaftlern weiterhin das eine oder andere Rätsel auf: Die steinernen Zeitzeugen der Terra d'Otranto, Dolmen und Menhire.



Apulien ist die einzige Region des italienischen Festlandes, die zahlreiche megalithische Monumente zu seinen Schätzen aus vorgeschichtlicher Zeit zählen kann. Nördlich von Taranto, bei der Küsten rund um Bari und vor allem in südlichen Teil des italienischen Absatzes, im Salento, sind Dolmen und Menhire in großer Zahl anzutreffen.

Der Begriff Dolmen leitet sich von "tol" oder "tuol", Bretonisch für Tisch, und "men" (Breton. Stein) ab und bedeutet somit soviel wie Steintisch.

Der vielleicht am besten erhaltene Dolmen in der Terra d'Otranto befindet sich bei Minervino di Lecce, im Hinterland von Otranto. Der Name des Steintisches lautet "Li Scusi" und wurde erst recht spät, im Jahr 1867, von Mario Micalella entdeckt.

Die Steinplatte misst zirka 3,8 Meter Länge und 2,5 Meter Breite. Ihre Dicke variiert zwischen 35 und 45 Zentimetern. Getragen wird die Platte von acht kurzen Pfeilern.

Der Dolmen neigt sich von Südost nach Nordwest um 10°, so dass zur Sommersonnenwende, die Sonnenstrahlen durch die, in der Steinplatte vorhandenen Öffnung, bis zum Erdboden dringen - und dies nur an diesem Tag im Jahr!

Seine Entstehung wird in die späte Bronzezeit eingeordnet, wobei genaue Daten noch ausstehen.
Man nimmt an, dass der Dolmen "Li Scusi" in Minervino di Lecce als Begräbnisstätte fungierte.
Dolmen "Li Scusi" bei Minervino di Lecce
Durch die Öffnung in der Steinplatte
dringen die Sonnenstrahlen zur Sommer-
sonnenwende bis auf den Erdboden
Dolmen im Oktober, zur Zeit
der Olivenernte





















Anfahrt: Der Dolmen "Li Scusi" befindet sich zwischen Minervino di Lecce und Uggiano La Chiesa. Der Anfahrtsweg ist gut ausgeschildert.

Nur wenige Kilometer entfernt gibt es noch einen weiterer, sehr gut erhaltener Dolmen - der Dolmen "Stabile" bei Giurdignano.
In dem kleinen Nachbarort von Minervino di Lecce befindet sich die interessante Felskirche San Salvatore, eine unterirdische Ölmühle, sowie zahlreiche Menhire, deren offizielle Anzahl sich auf gut achtzehn beläuft. Einige dieser Monolithen fanden in der Vergangenheit sogar als Baumaterial Verwendung oder befinden sich heute in Innenhöfen oder stehen aufrecht mitten auf einer Straßenkreuzung.

Dolmen "Stabile" bei Giurdignano

Menhir auf einer Kreuzung
in Giurdignano
"Giardino Megalitico"















Menhir "San Paolo" am Ortsrand von Giurdignano
Die Menhire und Dolmen lassen sich gut zu Fuß oder während einer Fahrradtour entdecken. Zwischen Giurdignano und Minervino di Lecce liegen ausgedehnte Olivenhaine. Die Feldwege sind meist geteert und der Verkehr gering, so dass man die steinernen Zeitzeugen und die Landschaft in Ruhe entdecken kann.

Vor allem im Herbst, Frühjahr oder an einem schönen Wintertag ist eine Radtour zu empfehlen. Die Anfahrt zu den Dolmen und Menhire ist ausgeschildert, aber trotzdem ist es ratsam, aufgrund der vielen kleinen Wege, die den nicht Ortskundigen leicht in die Irre führen, sobald man sich nicht mehr auf den Hauptverkehrsstraßen befindet, eine gute Straßenkarte mitzuführen.