Zauberhaftes Apulien

Stauferburgen und barocke Altstädte. Olivenhaine, die sich bis zum Horizont erstrecken und Strände, die zu den schönsten Italiens gehören. Der Stiefelabsatz Italiens lässt keine Wünsche offen.

Lefkada - Ein Juwel im Ionischen Meer

Urige Dörfer im bergigen Inselinnern. Romantische Sonnenuntergänge und ein Meer, das in den schönsten Farben leuchtet. Die Strände Lefkadas gehören unbestritten zu den Besten Griechenlands.

Epirus - Griechenland für Individualisten

Geheimnisvolle Orakelstätten. Osmanische und byzantinische Bauwerke. Lange Strände und eine wilde Bergwelt. Der Epirus im Nordwesten Griechenlands gilt noch immer als Geheimtipp unter Hellas Reisenden.

Korfu - Insel der Phäaken

Odysseus machte auf seinen Irrfahrten hier Station und auch Prinzessin Sissi verbrachte ihr Ferien auf der Grünsten der Ionischen Inseln. Korfu blickt mit guten Grund auf eine lange Tradition der Gastfreundschaft zurück.

Meganisi - Eine kleine Insel ganz groß

Das unbekannte Eiland im Ionischen Meer. Grotten und kleine Strände mit kristallklarem Wasser. Eine Oase für Ruhesuchende, die den authentischen Charakter der kleinen griechischen Inseln zu schätzen wissen.

26 März, 2012

Lecceser Barock

Ich sah nirgendwo einen gleichen Reichtum solchen Schmucks an Fassaden wie hier. Obwohl die Kunst hier fast durchweg in Manier und Überfülle geraten ist, und das Spiel südlicher Phantasie oft ins Barocke fällt, so hat dies doch der Stadt das gleichmäßige Wesen einer Epoche aufgedrückt, und so ist ein harmonisches Ganze hervorgebracht worden. Man kann Lecce das Florenz der Rokokozeit nennen. In ganz Italien ist in dieser Kunstrichtung ihresgleichen nicht zu finden.
Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Lecce 1875  Projekt Gutenberg

So beschrieb der königsberger Schriftsteller und Historiker Ferdinand Gregorovius seine Eindrücke von der barocken Stadt Lecce, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Absatz des italienischen Stiefels.

Noch heute überrascht Lecce seine Besucher: Die lebendige Universitätsstadt mit seinen knapp 100'000 Einwohnern macht einen eleganten, fast aristokratischen Eindruck – weit entfernt von der Vorstellungen die mancher von einer chaotischen süditalienischen Stadt haben mag.

In den vergangenen Jahren wurde viel renoviert und restauriert, und das Ergebnis kann sich heute sehen lassen: Weite Teile des historischen Zentrums erstrahlen wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit und die Altstadt ist wieder zum Anziehungspunkt sowohl für Touristen als auch für Einwohner geworden.

Berühmt ist Lecce, dass auch als das „Florenz des Südens“ bezeichnet wird, für seine barocken Kirchen und Palazzi. Der Lecceser Barock nimmt eine Sonderstellung in der Kunstgeschichte ein und scheint seinen ganz eigenen Regeln zu folgen. Üppige Dekorationen, geschmückte Fassaden und Kirchen verziert mit mit plastischen, skurrilen Figuren – den Phantasien der Architekten und Steinmetzen schienen keine Grenzen gesetzt worden zu sein. Im 17. und 18. Jahrhundert, zur Blütezeit des Lecceser Barocks, scheute man sich selbst nicht davor, so manche normannische Kirche mit einem neuen barocken "Kleid" zu versehen.

Die Basilika Santa Croce gilt als das schönste Beispiel
für den Lecceser Barock
Details der Basilka Santa Croce
Die Fensterrose der Basilika Santa Croce
Ermöglicht wurde der ornamentale Schmuck durch die Verwendung der „Pietra Leccese“, ein weicher und leicht zu bearbeitender Kalkstein, der erst später an der Luft aushärtet. Diese Charakteristik gestattete den Künstlern der Epoche ihre Kreativität frei auszuleben – mit dem erstaunlichen Ergebnis, das wir heute bewundern können.

Um den Lecceser Barock kennenzulernen besucht man die Altstadt Lecces am besten zweimal: Tagsüber, wenn die Sonne Mittags im Zenit steht, nimmt der Kalkstein eine weiße Farbe ein. Abends hingegen wechselt das Bild, und die barocken Fassaden scheinen in ein warmes, gelbes Licht getaucht zu sein.

Barocke Fassade der Basilika
San Giovanni Battista
Die Kirche San Matteo
Wäre nicht bereits Lecce die salentinische Hauptstadt des Barocks, wäre das kleinere Nardò, nur dreißig Kilometer von der Hauptstadt der Provinz entfernt, ein weiterer Anwärter für diesen Titel. Auch hier kann man in deren Altstadt eine Fülle sehenswerter Beispiele für den Lecceser Barock bewundern.

08 März, 2012

Die Grottenkirche San Salvatore in Giurdignano

Auch der kleinste Ort im Salento scheint zumindest ein kunsthistorisch interessantes Bauwerk sein Eigen zu nennen: Eine barocke Kirche oder eine unterirdische Ölmühle, neolithische Monumente oder gar eine mittelalterliche Grottenkirche mit byzantinischen Fresken, wie die Krypta San Salvatore in Giurdignano im Hinterland von Otranto.




Vielleicht liegt es an dem Fehlen nennenswerter Erhebungen zur Orientierung, der großen Anzahl an kleinen Dörfer oder an nicht eindeutigen oder nicht vorhandenen Ausschilderungen, dass auch Einheimische oft durch den Salento irren. Auf einer dieser Irrfahrten durch den Süden Apuliens entdeckt man so durch Zufall das eine oder andere Kleinod, welches einem auch der beste Reiseführer vorenthält. So führte mich der Weg durch Zufall zu der Grottenkirche San Salvatore in Giurdignano

Die Krypta San Salvatore befindet sich nur wenige hundert Meter von der zentralen Piazza Giurdignanos entfernt. Kaum würde man in der unscheinbaren Seitenstraße, umgeben von typischen Wohnhäusern, die sich in allen Dörfern des Salento aufs Haar zu gleichen scheinen, eine unterirdische Krypta aus dem 8.-9. Jahrhundert erwarten.


Meisterhaft wurde die Grottenkirche in den Kalkfels gegraben. Der dreischiffige Kirchenraum mit runden Apsiden wird von vier zentralen Pfeilern in neun Säulenjochen unterteilt. Besondere Beachtung sollte man dem Deckengewölbe schenken, wo eine sehr gut erhaltene Kassettendecke, sowie ein, in den Fels gemeißeltes, griechisches Kreuz zu erkennen sind.

Deckengewölbe mit griechischem Kreuz
Kassettendecke
Die byzantinischen Fresken sind nicht sehr gut erhalten. Noch gut erkennbar ist in der zentralen Apsis die Darstellung der Jungfrau Maria mit Kind und zwei, zu ihnen gebeugten, Erzengeln. In den Nischen sind noch weitere Fresken vorhanden, die unter anderem einen Bischof darstellen. Die Wandmalereien werden auf das 12. Jahrhundert datiert.

Fresken in den Seitennischen der Krypta

In den 80er Jahren wurden bei Restaurierungsarbeiten zahlreiche, aber bereits geplünderte Grabstätten entdeckt.

Eine Irrfahrt durch die Dörfer des Salento hat so oftmals doch einen versteckten Sinn: Die Grottenkirche San Salvatore ist ein kleines Meisterwerk seiner Art und ein typisches Beispiel für die Traditionen des italienisch-griechischen Mönchtums im Süden Apuliens.

Die „Cripta San Salvatore“ befindet sich in Via Vicenzo in Giurdignano, nur sieben Kilometer von Otranto entfernt. Giurdignano ist bekannt für seine zahlreichen megalithischen Monumente, wie Dolmen und Menhire. Am 19. März wird noch heute das Fest der "Tavole di San Giuseppe" gefeiert.