Ich sah nirgendwo einen gleichen Reichtum solchen Schmucks an Fassaden wie hier. Obwohl die Kunst hier fast durchweg in Manier und Überfülle geraten ist, und das Spiel südlicher Phantasie oft ins Barocke fällt, so hat dies doch der Stadt das gleichmäßige Wesen einer Epoche aufgedrückt, und so ist ein harmonisches Ganze hervorgebracht worden. Man kann Lecce das Florenz der Rokokozeit nennen. In ganz Italien ist in dieser Kunstrichtung ihresgleichen nicht zu finden.
Noch heute überrascht Lecce seine Besucher: Die lebendige Universitätsstadt mit seinen knapp 100'000 Einwohnern macht einen eleganten, fast aristokratischen Eindruck – weit entfernt von der Vorstellungen die mancher von einer chaotischen süditalienischen Stadt haben mag.
In den vergangenen Jahren wurde viel renoviert und restauriert, und das Ergebnis kann sich heute sehen lassen: Weite Teile des historischen Zentrums erstrahlen wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit und die Altstadt ist wieder zum Anziehungspunkt sowohl für Touristen als auch für Einwohner geworden.
Berühmt ist Lecce, dass auch als das „Florenz des Südens“ bezeichnet wird, für seine barocken Kirchen und Palazzi. Der Lecceser Barock nimmt eine Sonderstellung in der Kunstgeschichte ein und scheint seinen ganz eigenen Regeln zu folgen. Üppige Dekorationen, geschmückte Fassaden und Kirchen verziert mit mit plastischen, skurrilen Figuren – den Phantasien der Architekten und Steinmetzen schienen keine Grenzen gesetzt worden zu sein. Im 17. und 18. Jahrhundert, zur Blütezeit des Lecceser Barocks, scheute man sich selbst nicht davor, so manche normannische Kirche mit einem neuen barocken "Kleid" zu versehen.
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| Die Basilika Santa Croce gilt als das schönste Beispiel für den Lecceser Barock |
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| Details der Basilka Santa Croce |
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| Die Fensterrose der Basilika Santa Croce |
Um den Lecceser Barock kennenzulernen besucht man die Altstadt Lecces am besten zweimal: Tagsüber, wenn die Sonne Mittags im Zenit steht, nimmt der Kalkstein eine weiße Farbe ein. Abends hingegen wechselt das Bild, und die barocken Fassaden scheinen in ein warmes, gelbes Licht getaucht zu sein.
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| Barocke Fassade der Basilika San Giovanni Battista |
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| Die Kirche San Matteo |
























