Einen Toast auf Brindisi

Sehenswürdigkeiten von Brindisi: Ein Spaziergang durch die Hafenstadt in Apulien.

Uferpromenade von Brindisi zur blauen Stunde (Apulien)

Ein schön gelegener Naturhafen. An der römischen Säule endete einst die berühmte Via Appia. Ein sehenswerter Dom und sogar auf Spuren von Tempelrittern bin ich während meiner Stadtbesichtigung gestoßen. Trotz all der Jahren, die ich in Apulien lebe, stattete ich der Stadt immer nur oberflächliche Besuche ab und war, wie viele übrigens, der Meinung, dass Brindisi nur wenig Sehenswertes zu bieten hat. Während unserem ersten Mini-Reiseblogger-Treffen konnte Katrin von Reise nach Apulien mich schnell eines Besseren belehren. Die apulische Hafenstadt Brindisi ist durchaus einen Besuch wert. Brindisi ist der Verkehrsknotenpunkt im südlichen Apulien. Fährhafen, internationaler Flughafen und Industriestandort zugleich, verweilen die meisten Besucher meist nur kurz in der Stadt. Ganz zu unrecht, wie ich am letzten Wochenende feststellen durfte.

Alt trifft Neu

In Brindisi wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele Bausünden begangen. Ein wunderschönes Theater wurde abgerissen, um einem hässlichen Betonklotz Platz zu machen, der heute zu allem Überfluss auch noch leer steht. Was in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Fortschritt angesehen wurde, ist für uns heute oftmals unbegreiflich. Aber auch die schöne und viel besuchte Stadt Gallipoli hat ein solches Beispiel aufzuweisen. Brindisi befindet sich also in bester Gesellschaft. Und ja, auch die Bausünden gehören zu unserer Geschichte, aus der man, so hoffe ich zumindest, ab und an sogar etwas lernen kann.

Alt trifft Neu in Brindisi (Apulien)
In Brindisi trifft Alt auf Neu

Innenstadt Brindisi (Apulien)
Mediterraner Flair im Zentrum von Brindisi

Brindisi hielt für mich immer wieder Überraschungen bereit: Schöne Gebäude und Plätze tauchen genau dann auf, wenn man sie nicht erwartet. Im Gegensatz zur bekannteren und wahrscheinlich auch schöneren "Schwester" Lecce, in deren touristischen Schatten Brindisi steht, muss man vielleicht öfters hinschauen, ihr etwas mehr Aufmerksamkeit schenken, aber man wird nicht enttäuscht werden.

Details aus der Altstadt von Brindisi (Apulien)
Details aus der Altstadt von Brindisi

Dekorative Details in der Altstadt von Brindisi
Dekorative Details in der Altstadt von Brindisi

Kirchen, Tempel und Kreuzritter

Wie überall in Apulien, herrscht auch in Brindisi kein Mangel an Gotteshäusern. Chiesa del Cristo aus dem 13. Jh. mit der romanischen Fassade und einer markanten Fensterrose. Chiesa di San Paolo, von den Franziskanern im 14. Jh. im gotischen Stil errichtet. Chiesa di Santa Maria degli Angeli im barocken Stil der apulischen Art. Die Chiesa San Benedetto, Chiesa Santa Teresa,  Chiesa di Santa Lucia oder della Santissima Trinità - um nur einige zu nennen. Natürlich der Dom oder Basilica di San Giovanni Battista und, als kleiner Höhepunkt eines Stadtrundgangs, die Kirche Tempio di San Giovanni al Sepolcro.

Kirchen in Brindisi (Apulien)
Chiesa del Cristo (links) und Chiesa Santa Maria degli Angeli (rechts)

Chiesa Santa Teresa in Brindisi (Apulien)
Chiesa Santa Teresa in Brindisi

Die Piazza Duomo ist in Apulien immer eine Rast wert, egal in welcher Stadt man sich befindet. Brindisi macht da keine Ausnahme. Der Dom der Stadt, auch unter dem Namen Basilica di San Giovanni Battista bekannt, wurde bereits im 11. Jahrhundert geweiht. Allerdings sorgten Erdbeben dafür, dass 1743 das Gotteshaus wieder auferbaut werden musste, dieses Mal durften barocken Elemente nicht fehlen. Im Inneren sind noch wenigen Reste des einstigen Fußbodenmosaiks zu bewundern, dessen Stil dem vom der Kathedrale von Otranto sehr ähnlich ist.

Dom von Brindisi (Apulien)
Der sehenswerte Dom von Brindisi

Details von der Piazza Duomo in Brindisi

Museo Archeologico Provinciale Francesco Ribezzo in Brindisi
Beim Dom von Brindisi befindet sich das Museo Archeologico Provinciale "Francesco Ribezzo"

Sehr beeindruckt war ich vom Tempio San Giovanni al Sepolcro. Man sagt, dass er der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden ist. Sie stellt für mich die vielleicht faszinierendste Sehenswürdigkeit in Brindisi dar und ich denke, dass ich ihm einen eigenen Blogeintrag widmen werde (Stichwort: Kreuz-bzw. Tempelritter!). Für heute müsst ihr euch mit ein paar Bildern begnügen.

San Giovanni al Sepolcro - Zwei Löwen tragen die Säulen am Eingangsbereichs

San Giovanni al Sepolcro in Brindisi (Apulien)
San Giovanni al Sepolcro

Das Ende der Via Appia

Am Hafen von Brindisi endete das römische Fernstraßennetz, bekannt unter dem berühmten Namen Via Appia. Hier wurden zwei beeindruckende Säulen errichtet. Aber ein Erdbeben brachte 1528 eine von ihen zum Einsturz. Sie kam als Geschenk nach Lecce, wo sie heute die Piazza Sant'Oronzo ziert. Ihre Zwillingssäule blieb jedoch in Brindisi und ist allgemein als Colonna Romana bekannt. 

Markiert das Ende der Via Appia: Colonna Romana
Die 20 Meter hohe Säule markiert das Ende der Via Appia: Colonna Romana

Das Original des Kapitells befindet sich seit 2007 im Palazzo Granafei - Nervegna , gut geschützt vor der salzigen Meeresluft und schädlichen Abgasen. Ein Besuch des Palazzo lohnt sich auch für die dortigen Ausstellungen und archäologischen Ausgrabungen. Mehr Infos und Bilder gibt es auf der folgenden Webseite: http://granafert.it/la-citta/palazzo-granafei-nervegna.html (italienisch).

Das originale Kapitell der Colonna Romana in Brindisi (Apulien)
Verziert mit römischen Göttern: das originale Kapitell der Colonna Romana

Eine Treppe führt vom der Hafenpromenade zur Colonna Romana

Naturhafen mit Promenade

Seno di Ponente im Norden und Seno di Levante im SüdenZwei Meeresarme umschließen die Altstadt von Brindisi. Es promeniert sich gut entlang des inneren Hafenbeckens. Man nimmt Platz an einem der Tische der zahlreichen Cafés und genießt kleine Appetithäppchen, die hier gerne zum Aperitif bestellt werden.

Ich nenne sie einfach die "Spanische Treppe" von Brindisi. Im Rücken die römische Säule, die das Ende der Via Appia markiert und den Blick nach vorn zum Hafen und dem südlichen Ende der Adria.

Hafenpromenade in Brindisi (Apulien)
Sonniger Sonntag im Oktober: Hafenpromenade von Brindisi

Seemansdenkmal in Brindisi
Seemannsdenkmal am nördlichen Ufer des Seno di Ponente im Hafen von Brindisi

Seno di Ponente und die Altstadt von Brindisi

Vor dem Abflug: Santa Maria del Casale

Sandfarbig und weiß mit symmetrischen Muster. Die Außenfassade der Kirche Santa Maria del Casale ist einzigartig. Zumindest ist mir eine solche in Apulien bisher noch nicht untergekommen. Im schlichten Innern erwarten mich Fresken aus dem 14. Jahrhundert - und dies alles nur wenige Gehminuten vom Flughafen entfernt. Wer vor seinem Heimflug nach etwas Zeit hat, sollte sich diese Kirche nicht entgehen lassen. Ein schöner Abschluss für einen Urlaub im Südosten Italiens.



Meine Stadtführung hat einen ganzen Tag in Anspruch genommen (einschließlich einer angenehmen Mittagspause an der schönen Uferpromenade). Entsprechend lang ist auch der Artikel geworden. Brindisi hat mich positiv überrascht. Ich hätte der Stadt bereits viel früher mehr Aufmerksamkeit zollen sollen. Brindisi hat es auf jeden Fall verdient.

Ein herzliches Dankeschön an Katrin von http://www.reise-nach-apulien.net/ , die sich die Zeit genommen hat, mir ihre Wahlheimat Brindisi zu zeigen.

Weiterführende Links:
http://www.brindisiweb.it/
http://www.visitabrindisiora.it/en/


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Go South East: Einen Toast auf Brindisi
Einen Toast auf Brindisi
Sehenswürdigkeiten von Brindisi: Ein Spaziergang durch die Hafenstadt in Apulien.
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